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BEUYS, TWOMBLY UND DAS WORT

Kunst treffen mit Jannis M. Keuerleber
Donnerstag, 30. Juni, 18.30 – 21.30 Uhr

Die aktuell gezeigten Arbeiten von Joseph Beuys sind verschwiegen. Erklärungen verhallen nichtssagend. Zum Jahrestag der Einschmelzung einer Zarenkrone in die Form eines Hasen durch Joseph Beuys lädt die Sammlung Froehlich ein: den Künstler lieber beim eigenen Wort zu nehmen.

Auf die Frage, »wozu ein Hase«, antwortete er: »Das ist bewusst eine Form, die jedes Kind kennt!« Wie ein Kind steht Josef Froehlich oft vor einer Zeichnung, darauf steht »dass das der Hase Dir sagt« – und weitere Worte und Sätze, teils unleserlich, sodass der Sammler stammelnd Buchstabe um Buchstabe und Laute entziffert…

Steht sich Josef Froehlich vergeblich die Beine in den Bauch oder hat er verstanden und mit dem Knie mitgedacht? Denn Joseph Beuys malte die Beine des Sammlers mit Bauchnabel ins Bild; über Kopf gesehen zeigen sich zwei lange Hasenohren mit Stupsnase.

Ist das Motiv des Hasen kinderleicht zu verstehen? Hilft es, wie ein Kind davor zu stehen? Was sagt uns der Hase? Wozu Sprachfetzen und Wortwirbel? Sind die Kritzeleien mehr als Spielerei, Kinderei? Hat der Hase, das Langohr, etwa ernsthaft mit Sprache zu tun?

Words which can hear/–/ die Zeichnung verweist auf diese Serie des Künstlers, die leitmotivisch den Ton angibt: Im spielerischen Austausch erproben wir, ganz Ohr zu werden, dorthin zu kommen, wo Worte fehlen, Stimme versagt – an den Ort der Selbstwirksamkeit, auf dass Sprache wieder wie zum ersten Mal erklingt.

»Mein Weg ging durch die Sprache«, Joseph Beuys folgen wir zur Sprache als künstlerischem Akt. Wie Sprechen wir selbst (ein paar Takte) künstlerisch? Welche Rolle spielt das Wort im Werk anderer Künstler, etwa für Cy Twombly?

Je weniger Vorwissen wir einbringen, desto schlauer werden wir herausgehen. Einzige Voraussetzung ist die Bereitschaft, sich einzulassen, Spaß am Experiment und Lust auf Improvisation mitzuführen. Die Gruppe entfaltet ihre eigene Dynamik, dezent moderiert. Zu entdecken gibt es einen sonoren Schlüssel zur Kunst, zu lernen fürs Leben, zu gewinnen ein Stück Selbsterkenntnis im Rhythmus extremer Verlangsamung mit sozialer Resonanz.

Sammlung Froehlich, Kohlhammerstraße 20, 70771 Leinfelden-Echterdingen

Anmeldung hier oder über info@sammlung-froehlich.de, Milena Franziska Schäufele

KUNSTtreffen: BEUYS, TWOMBLY UND DAS WORT